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Ratgeber · Heizung

Gasheizung oder Wärmepumpe? Der ehrliche Kostenvergleich über 15 Jahre

Zuletzt aktualisiert: 15.07.2026

In der Anschaffung ist die Gasheizung klar günstiger, über 15 Jahre gerechnet gewinnt bei den meisten Einfamilienhäusern die geförderte Wärmepumpe – wegen steigender CO₂-Preise auf Gas und der laufenden Förderung. Die Rechnung im Detail.

Der Vergleich zweier Heizsysteme braucht drei Zahlen: Anschaffungskosten nach Förderung, jährliche Betriebskosten heute und deren absehbare Entwicklung. Genau daran scheitern die meisten Bauchgefühl-Entscheidungen.

Anschaffung: Vorteil Gasheizung

Eine neue Gas-Brennwertheizung kostet eingebaut meist 10.000€ bis 15.000€. Die Luft-Wasser-Wärmepumpe liegt bei 25.000€ bis 40.000€ – nach Förderung (je nach persönlichen Boni erheblich) schrumpft die Differenz jedoch deutlich. Für neue Gasheizungen gibt es keine Förderung; nach aktueller Gesetzeslage kommt ab 2029 zudem eine steigende Beimischpflicht für Biokomponenten hinzu, die Gas verteuert.

Betrieb: Vorteil Wärmepumpe – wachsend

Rechenbeispiel Einfamilienhaus mit 20.000 kWh Wärmebedarf: Die Gasheizung verbraucht dafür rund 21.000 kWh Gas; die Wärmepumpe mit JAZ 3,5 etwa 5.700 kWh Strom. Schon heute liegen die Jahreskosten meist nah beieinander – entscheidend ist die Dynamik: Der CO₂-Preis verteuert jede kWh Gas planmäßig weiter, während Wärmepumpen von speziellen Stromtarifen und optional eigenem PV-Strom profitieren.

Die 15-Jahres-Rechnung

Über die typische Lebensdauer summiert sich der Betriebskostenvorteil der Wärmepumpe in den meisten Szenarien auf einen fünfstelligen Betrag – genug, um die höhere Anschaffung auszugleichen und zu überholen. Die Gasheizung bleibt rechnerisch vorn, wenn das Gebäude hohe Vorlauftemperaturen braucht (JAZ unter 2,5) oder ein sehr günstiger Fernwärme-/Gasanschluss besteht und nur wenige Jahre Nutzung geplant sind.

Der pragmatische dritte Weg: Hybrid

Wer sich nicht festlegen will, kombiniert: Die Wärmepumpe übernimmt 70–90% des Jahres, die bestehende Gasheizung nur die kältesten Tage. Das senkt Investitionsrisiko und Gasverbrauch zugleich – besonders im teilsanierten Altbau die wirtschaftlich robusteste Lösung.

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