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Silberfische, Ameisen & Co.: Wann Hausmittel reichen – und wann der Kammerjäger muss

Zuletzt aktualisiert: 16.07.2026

Die meisten Krabbler in der Wohnung sind harmlos und selbst in den Griff zu bekommen. Drei Ausnahmen sollten Sie kennen – bei ihnen kostet Zögern richtig Geld.

Silberfische: Boten, keine Plage

Silberfische sind harmlos (keine Krankheitsüberträger, keine Materialzerstörer in normaler Zahl) – aber ein Feuchtigkeits-Indikator. Sie brauchen über 70 Prozent Luftfeuchte; tauchen sie massenhaft auf, stimmt etwas mit Lüftung, einer Leckage oder Feuchtigkeit im Bad/Keller nicht. Bekämpfung: Ritzen und Fugen abdichten, konsequent lüften (Hygrometer!), Klebefallen zur Kontrolle. Bleiben sie trotz trockener Räume zahlreich, nach der Feuchtequelle suchen – notfalls mit Profi, siehe unseren Ratgeber zu Kellerfeuchte.

Ameisen: Straße unterbrechen, Quelle finden

Einzelne Ameisen sind Kundschafter, die Straße folgt dem Futter. Wirksam: Futterquellen weg (offene Lebensmittel, Krümel, Tiernapf), die Duftstraße mit Essigreiniger wischen, Einstiegsritzen (Fensterbank, Türschwelle, Sockelleiste) mit Silikon oder Acryl schließen. Köderdosen wirken gegen das ganze Nest, brauchen aber 1–2 Wochen Geduld. Zum Profi-Fall werden Ameisen erst, wenn sie im Haus nisten – Holz zerlegende Rossameisen oder Nester unter dem Estrich (erkennbar an Sandhäufchen aus Fugen) gehören in Fachhände.

Lebensmittel- und Kleidermotten: Geduld statt Gift

Lebensmittelmotten: alle offenen Vorräte prüfen (auch ungeöffnete Papierverpackungen!), Befallenes entsorgen, Schränke aussaugen und auswischen, Neues in dichte Gläser. Schlupfwespen (winzig, harmlos, online bestellbar) räumen die Restpopulation biologisch ab – die eleganteste Lösung, auch bei Kleidermotten. Chemie im Lebensmittelschrank ist die schlechteste Option.

Die drei Sofort-zum-Profi-Fälle

1. Bettwanzen: Stiche in Reihen, schwarze Kotpunkte an Matratzennähten, oft nach Reisen eingeschleppt. Eigenversuche verschleppen den Befall in weitere Räume – die Bekämpfung (mehrere Durchgänge, teils Wärmeverfahren) ist zwingend Profiarbeit, und jeder verlorene Monat vergrößert sie. 2. Schaben/Kakerlaken: Gesundheitsrelevant, extrem vermehrungsfreudig, in Mehrfamilienhäusern meldepflichtig gegenüber dem Vermieter – Befall betrifft fast nie nur eine Wohnung. 3. Holzschädlinge (Holzwurm-Fraßmehl an tragenden Balken, Hausbock): Hier geht es um die Statik – Begutachtung vor Bekämpfung.

Mietwohnung: Wer zahlt den Kammerjäger?

Grundsatz: Der Vermieter, wenn die Ursache im Gebäude liegt oder nicht klärbar ist (Schaben im Haus, Silberfische wegen Baufeuchte). Der Mieter nur bei nachweislich selbst verursachtem Befall. Immer gilt: Befall melden statt monatelang selbst herumdoktern – Verschleppung kann Ihnen sonst als Pflichtverletzung ausgelegt werden.

Akuter Befall? Über unsere Schädlingsbekämpfungs-Seite vermitteln wir diskrete, geprüfte Betriebe.