Schritt 1: Wer ist betroffen?
Erst der Blick nach draußen: Ist die Straße dunkel, liegt eine Netzstörung vor – zuständig ist der Netzbetreiber (bundesweite Störungsnummern stehen auf dessen Website und auf Ihrer Stromrechnung; die 0800er-Störungsnummer Ihres Netzbetreibers gehört ins Handy). Da können weder Sie noch ein Elektriker etwas tun. Brennt beim Nachbarn Licht, geht es bei Ihnen im Sicherungskasten weiter.
Schritt 2: der Blick in den Sicherungskasten
Zwei Verdächtige: Sicherungsautomaten (die schmalen Kippschalter, je einer pro Stromkreis) und der FI-Schutzschalter (der breitere Schalter, oft mit „Test"-Knopf – er überwacht Fehlerströme und schützt Leben). Steht einer auf „aus", wieder einschalten. Hält er: Problem erledigt, vermutlich eine kurze Überlast (Wasserkocher + Heizlüfter + Toaster auf einem Kreis reichen dafür). Springt er sofort wieder raus: weiter zu Schritt 3.
Schritt 3: das defekte Gerät finden
Fliegt FI oder Sicherung immer wieder, ist in ~90 Prozent der Fälle ein Gerät schuld, nicht die Installation. So kreisen Sie es ein: Alle Geräte des betroffenen Stromkreises ausstecken (wirklich alle, auch Standby-Kandidaten), Sicherung einschalten – hält sie, stecken Sie die Geräte einzeln wieder ein, bis es knallt. Der Übeltäter ist gefunden; häufige Kandidaten: alte Waschmaschinen, Wasserkocher, Heizlüfter, defekte Netzteile und Außenbeleuchtung nach Regen. Das Gerät bleibt weg oder geht zur Reparatur.
Wann der Elektriker ranmuss
Springt der FI trotz komplett leerer Steckdosen weiter raus, riecht es verschmort, werden Steckdosen oder Schalter warm, oder flackert das Licht in mehreren Räumen: Finger weg und Fachbetrieb rufen – das deutet auf Installationsfehler oder Leitungsschäden hin, und daran dürfen (und sollten) Laien nicht arbeiten. Nachts gilt: Können Sie den betroffenen Stromkreis einfach ausgeschaltet lassen und die restliche Wohnung läuft, sparen Sie sich den Notdienst-Zuschlag und rufen morgens an – nur bei Brandgeruch oder wenn Kühlschrank/medizinische Geräte betroffen sind, ist der Notdienst sein Geld wert.
Mietwohnung: Wer zahlt?
Defekte an der festen Elektroinstallation (Leitungen, Sicherungskasten, Steckdosen) sind Vermietersache – melden statt selbst beauftragen. Ihr eigenes defektes Gerät ist Ihre Sache. Wer den Notdienst selbst ruft, obwohl der Vermieter erreichbar gewesen wäre, bleibt schlimmstenfalls auf den Kosten sitzen – erst anrufen, dann handeln.
Akutes Elektroproblem? Über unsere Elektro-Notdienst-Seite vermitteln wir schnelle Hilfe mit fairen Konditionen.