Der Stundenlohn
Dachdecker-Gesellen kosten je nach Region meist 50–80 Euro pro Stunde (netto zzgl. MwSt.), Meisterstunden liegen darüber. In Ballungsräumen wie München, Frankfurt oder Hamburg eher am oberen Ende, im ländlichen Raum darunter. Dazu kommt fast immer eine Anfahrtspauschale. Wichtig fürs Verständnis: Der Stundenlohn enthält weit mehr als das Gehalt des Gesellen – Sozialabgaben, Betriebshaftpflicht (auf dem Dach besonders teuer), Fahrzeuge, Werkzeug und die unproduktiven Zeiten des Betriebs stecken mit drin.
Typische Preise für kleine Einsätze
Einzelne verrutschte oder gebrochene Ziegel austauschen: meist 150–400 Euro inklusive Anfahrt. Notabdichtung nach Sturm: einige hundert Euro, bei versicherten Schäden rechnet der Betrieb oft direkt mit der Versicherung ab. Dachrinne reinigen: 100–250 Euro je nach Länge und Höhe. Kleinaufträge wirken pro Stunde teuer – der Grund ist die Anfahrt- und Rüstzeit, die bei einer Stunde Arbeit genauso anfällt wie bei acht.
Die große Rechnung: Neueindeckung
Als Orientierung für eine komplette Neueindeckung inklusive Lattung und Unterspannbahn: je nach Material grob 100–250 Euro pro Quadratmeter Dachfläche – Betondachstein am unteren, Tonziegel in der Mitte, Schiefer weit am oberen Ende. Ein durchschnittliches Einfamilienhausdach (120–150 m²) landet damit schnell im mittleren fünfstelligen Bereich. Kommt eine Aufsparrendämmung dazu (bei großflächiger Erneuerung oft gesetzlich gefordert), steigen die Kosten deutlich – gefördert wird sie dafür ebenfalls.
Die gern vergessenen Posten
Beim Angebotsvergleich auf diese Positionen achten: Gerüst (8–15 Euro/m² Fassadenfläche – fehlt es im Angebot, kommt es später), Entsorgung der Altdeckung (Container, Deponiegebühren – bei alten Asbestplatten deutlich teurer mit Spezialentsorgung), Anschlussarbeiten an Schornstein und Dachfenstern sowie die Dachrinnenerneuerung, die bei einer Neueindeckung fast immer sinnvoll mitgemacht wird.
So vergleichen Sie richtig
Mindestens zwei, besser drei Angebote mit identischem Leistungsumfang einholen – Pauschalpreise ohne Positionsaufschlüsselung sind ein Warnsignal. Nach der Gewährleistung fragen (gesetzlich 5 Jahre bei Bauwerken). Und den Steuerbonus mitnehmen: 20 Prozent der Arbeitskosten sind nach §35a EStG absetzbar, sofern keine Förderung für dieselbe Maßnahme fließt.
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