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Photovoltaik & Steuer

PV-Anlage: Einspeisen oder Eigenverbrauch? Die Rechnung ist eindeutiger, als viele denken

Zuletzt aktualisiert: 16.07.2026

Knapp 8 Cent fürs Einspeisen, 30–40 Cent für gekauften Strom – die Grundarithmetik jeder PV-Entscheidung. Plus: Warum die Steuer seit der Reform kaum noch jemanden schrecken muss.

Die Grundrechnung

Jede selbst verbrauchte Kilowattstunde ersetzt Netzstrom für 30–40 Cent; jede eingespeiste bringt für neue Teileinspeise-Anlagen eine Vergütung von knapp unter 8 Cent (der Satz sinkt halbjährlich leicht). Eigenverbrauch ist also grob vier- bis fünfmal so wertvoll wie Einspeisung – und damit ist die Strategiefrage im Normalfall entschieden: Anlage aufs Dach, so viel wie möglich selbst nutzen, den Rest einspeisen. Ohne Zutun liegt der Eigenverbrauchsanteil eines Einfamilienhauses bei nur 25–35 Prozent; mit klugem Verhalten und Technik deutlich höher.

Eigenverbrauch steigern – in dieser Reihenfolge

Kostenlos: Verbraucher in die Sonnenstunden legen (Spülmaschine, Waschmaschine per Timer mittags). Günstig: Heizstab oder Brauchwasser-Wärmepumpe fürs warme Wasser aus Überschuss. Wirksam: E-Auto tagsüber laden (Überschussladen per Wallbox-Steuerung) und die Wärmepumpe als Großabnehmer. Zuletzt: der Stromspeicher – wirksam, aber der teuerste Hebel, deshalb als letzter.

Steuer: seit der Reform fast ein Nicht-Thema

Zwei Vereinfachungen haben die alte Bürokratie-Angst entkernt: Auf Kauf und Installation von Anlagen bis 30 kWp gilt der Nullsteuersatz (0 Prozent Umsatzsteuer – die frühere „Vorsteuer-Optimiererei" ist überflüssig), und die Einnahmen samt Eigenverbrauch sind für typische Hausanlagen einkommensteuerfrei (§3 Nr. 72 EStG). Übersetzt: keine Gewinnermittlung, keine EÜR, kein Liebhaberei-Antrag – die PV-Anlage taucht in der Steuererklärung normaler Eigenheimbesitzer schlicht nicht mehr auf.

Zwei Sonderfälle ehrlich eingeordnet

Volleinspeisung (höherer Vergütungssatz) lohnt fast nur noch für große Dächer ohne nennenswerten Eigenverbrauch dahinter – etwa Scheunen. Neuregelungen für Neuanlagen (Stichwort Solarspitzen): Ohne intelligentes Messsystem gelten Einspeise-Begrenzungen, und bei negativen Börsenpreisen ruht die Vergütung zeitweise – beides trifft Einspeise-Maximierer, kaum aber Eigenverbrauchs-Optimierer. Auch das spricht für dieselbe Strategie: selbst verbrauchen schlägt einspeisen.

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